Renana (PM)
KoordinationLaedt ein, stellt Briefing-Vorlage bereit, klärt vorab mit dem Kunden, wer auf Kundenseite entscheidet.
Wissensbasis
Sieben rollenübergreifende Routinen — wo Reibung entsteht oder verhindert wird. Beispiele aus dem echten Projekt-Alltag.
Ohne klare Vorgaben produziert der Termin Wunschlisten statt Entscheidungen.
Problem: Wenn der Konzeptions-Termin ohne klare Vorgaben startet, entsteht kein Ergebnis — sondern ein Protokoll offener Fragen.
Phase 2 (Design) baut auf unklaren Annahmen auf, alles später wird teurer.
Briefing verschicken
Renana schickt das ausgefüllte Briefing mindestens drei Werktage vor dem Termin an alle Beteiligten.
Entscheider klären
Renana klärt vorab mit dem Kunden, wer im Termin Entscheidungen treffen darf — nicht nur zuhört.
Termin vorbereiten
Hendrik moderiert die visuelle Richtung. Marc-Andre bringt Machbarkeits-Realitäten, sortiert Wünsche in machbar/nicht-machbar.
Ergebnis protokollieren
Lina notiert visuelle Anker. Renana protokolliert Vereinbarungen schriftlich — Ergebnis ist eine Entscheidungs-Liste, kein Fragenkatalog.
Phase 2 freigeben
Erst wenn alle offenen Punkte aus dem Protokoll geschlossen sind, gibt Renana Phase 2 frei.
Renana (PM)
KoordinationLaedt ein, stellt Briefing-Vorlage bereit, klärt vorab mit dem Kunden, wer auf Kundenseite entscheidet.
Marc-Andre (FE/UX)
Realitäts-CheckBringt Workflow-Realitäten ein (Vorlauf, technische Grenzen) und sortiert Wünsche in machbar/nicht-machbar.
Hendrik (Design)
ModerationModeriert visuelle Richtung, eskaliert Themen, die den Rahmen sprengen.
Lina (UI/Motion)
AufnahmeHoert mit, notiert visuelle Anker für Phase 2.
Dragan (Backend)
OptionalKommt nur dazu, wenn Schnittstellen oder Pflegelogik im Raum stehen — sonst Phase 5/6.
Du (PM oder FE)
VorbereitungBringst die schriftliche Anforderung, Zielgruppe und eine Liste offener Fragen.
Beispiel
Service-Hub-Relaunch
Briefing lag eine Woche vor dem Termin vor. Renana hatte mit dem Kunden geklärt, welche Seiten-Typen in Scope sind. Im Termin entschieden Marc-Andre und Hendrik in 60 Minuten. Phase 2 startete am nächsten Tag.
Gegenbeispiel
Landingpage ohne Briefing
Der Kunde brachte nur "wir wollen sowas wie Seite X" mit. 90 Minuten Klärung ohne Ergebnis. Phase 2 verschoben, Phase 3-4 im Vorlauf zerfallen.
Wann NICHT
Weiter: Workflow Phase 1 · Vorlaufzeiten
Briefing-Mindeststandard: eine Seite Text mit Zielgruppe, Use-Case, Erfolgskriterium. Beispiel-Inhalt (echte Texte, nicht Lorem) oder klare Zusage, wann Content kommt. Liste der Stakeholder auf Kundenseite mit Entscheidungs-Rolle.
Frontend startet erst, wenn das Design schriftlich freigegeben ist.
Problem: Frontend startet auf Mockups, die noch im Fluss sind.
Components werden gebaut, dann verworfen — der Vorlauf verbrennt.
Design fertigstellen
Lina + Hendrik setzen Mockups in Figma final, inklusive States (Hover, Focus, Active, Disabled) und Mobile-Variante.
Pre-Review FE
Marc-Andre prüft Token-Kompatibilität, lange Strings, Touch-Targets. Gibt Designs frei oder schickt zurück mit konkreter Liste.
Kundenfreigabe
Renana holt schriftliche Kundenfreigabe per Awork-Ticket. Erst danach gilt Phase 3 als geschlossen.
Frontend startet
Brandon startet Phase 4 erst nach Freigabe-Ticket. Vorher: keine Component-Implementierung.
Tokens exportieren
Designer exportiert Tokens, Spec-Werte und kennzeichnet neue Components vs. wiederverwendete.
Beispiel
Produkt-Card mit vier States
Lina lieferte alle vier States plus 320px-Variante. Marc-Andre fand zwei Token-Mismatches in 20 Minuten, Lina fixte sie am selben Tag. Renana holte Kundenfreigabe in 48 Stunden. Phase 4 startete sauber.
Gegenbeispiel
Karten-Komponente — muendliche Freigabe
Hendrik gab muendlich frei. Brandon baute drei Tage. Dann forderte der Kunde andere Iconografie. Drei Tage neu.
Wann NICHT
Weiter: Workflow Phase 3 · Theme-Generator
Im Figma-Handoff stehen: Component-Name (passend zu CP-Registry), Token-Bezug pro Element (Farbe, Spacing, Schrift), States explizit als Frames (nicht als Notiz), Mobile-Variante ab 320px.
Was aus dem CMS kommt und was statisch bleibt, muss vor der Programmierung stehen — nicht danach.
Problem: Wenn niemand vorher klärt, welche Inhalte aus dem CMS kommen und welche statisch bleiben, baut Frontend Markup, das Backend nicht abbilden kann.
Phase 7 (Übernahme) stockt wochenlang wegen unklarer API-Verträge.
Slots markieren
Marc-Andre + Brandon markieren in den Astro-Templates, was Inhalt ist (Slot, Prop) und was Strukturteil bleibt.
TYPO3-Pfad mappen
Dragan + Chris mappen pro Component den TYPO3-Datenpfad (TCA, Content-Element-Typ, FlexForm) und nennen Fluid-Pendants.
Termin moderieren
Renana moderiert den 60-Minuten-Termin (Phase 5) und protokolliert Vereinbarungen.
Datenmodell dokumentieren
Lukas oder Henri dokumentieren das Datenmodell pro Page-Typ, bevor Phase 7 startet.
Schriftlich klären
Offene Punkte schriftlich klären, nicht in Teams-Chat — sonst sind sie nächste Woche vergessen.
Beispiel
Service-Listen-Page
Phase 5 mit 45 Minuten angesetzt. Brandon und Chris klärten: Eintrag-Titel und -Text aus CMS, Kennzahl als FlexForm-Zahl, Filter-Kategorien aus Sys-Categories. Phase 7 lief 4 Tage später ohne Rueckfragen.
Gegenbeispiel
Störungsticker-Widget
Phase 5 fast übersprungen. Folge: 3 Wochen Verzögerung in Phase 7 — Backend hatte einen externen Feed erwartet, Frontend hatte hartkodierte Beispieldaten.
Wann NICHT
Weiter: Workflow Phase 5
Im Schnittstellen-Protokoll stehen: Component-Name (Astro) und Fluid-Pendant, Felder mit TCA-Typ (input, text, inline IRRE, sys_category), Pflicht/optional pro Feld, Default-Werte für leere Inhalte.
Wenn Backend frei entscheidet, bekommt der Redakteur zu viele Schalter oder zu wenige.
Problem: Wenn Backend frei entscheidet, welche Felder im TYPO3-Backend sichtbar sind, ist das Ergebnis entweder Chaos oder ein Dauerbrenner für Tickets.
Felder, die niemand versteht oder braucht, bleiben leer — oder jede Änderung braucht einen Deploy.
Redakteur befragen
Lass den Kunden-Redakteur beschreiben, welche Inhaltsteile sich pro Seite oder Quartal ändern. Nicht raten.
Pflegeliste erstellen
Renana übersetzt die Anforderungen in eine Pflegeliste pro Page-Typ — maximal 8 Felder. Was darüber ist, ist Struktur.
Technisch umsetzen
Chris und Dragan entscheiden, was als TCA-Feld, was als FlexForm, was als Inline-Element abgebildet wird.
Robustheit prüfen
Marc-Andre prüft: Brechen leere Strings oder fehlende Bilder das Layout? Wenn ja: Defaults definieren.
Anleitung übergeben
Du bekommst eine schriftliche Pflege-Anleitung pro Page-Typ. Kein Ticket für Standardpflege.
Redakteur (Kunde)
AnforderungBeschreibt, welche Inhaltsteile sich pro Seite/Quartal ändern.
Renana (PM)
ÜbersetzungUebersetzt das in eine Pflegeliste pro Page-Typ.
Chris + Dragan
TechnischEntscheiden, was als TCA-Feld, was als FlexForm, was als Inline-Element abgebildet wird.
Marc-Andre (FE)
PrüfungPrüft, ob die Pflegestruktur die Component-Robustheit nicht bricht (leere Strings, fehlende Bilder).
Du (Content)
ErgebnisBekommst am Ende eine schriftliche Pflege-Anleitung pro Page-Typ.
Beispiel
Produkt-Detailseite
Renana, Chris und Marc-Andre einigten sich auf 6 Pflegefelder (Titel, Lead, Kennzahl, Frist, Zuständige Stelle, Linkliste). Alles andere ist Struktur. Redakteure pflegen seit 4 Monaten ohne Ticket.
Gegenbeispiel
Kampagnen-Eventseite
Phase 6 ausgelassen ("Event ist einmalig"). Drei Wochen vor dem Event aenderte sich der Veranstaltungsort — pflegbar war nur der Titel. Backend musste deployen.
Wann NICHT
Weiter: Workflow Phase 6 · TYPO3-Pflege
Wenn alle gleichzeitig prüfen, kollidieren Bugs — und Sachen fallen durch.
Problem: QS ist nicht eine Prüfung, sondern fünf parallele — ohne Reihenfolge kollidieren gemeldete Bugs mit laufenden Fixes.
Stunden gehen für Klärung drauf, ob ein gemeldeter Bug schon gefixt ist — oder er fällt ganz durch.
FE Smoke-Test
Brandon: Smoke-Test direkt nach Phase-7-Übernahme — Routen 200, Console clean, kein gebrochenes Layout.
BE Pflege-Test
Chris/Lukas: Pflege-Test im TYPO3-Backend — alle Felder befüllbar, keine Fluid-Errors.
Design Visual-Diff
Lina + Hendrik: Visual-Diff gegen Mockups, States, Mobile.
A11y-Smoke
Marc-Andre: Tab-Reihenfolge, Kontraste, Focus-Visible.
Kunden-Walkthrough
Renana: Kunden-Walkthrough mit Pflege-Anleitung. Erst danach Phase 9 (Deployment).
Beispiel
Produkt-Hub-Relaunch
QS in 2 Tagen: FE-Smoke (Tag 1, 2h), BE-Pflege (Tag 1, 3h), Design-Visual (Tag 2 Vormittag), A11y (Tag 2 Mittag), Kunden-Walkthrough (Tag 2 Nachmittag). Deployment Tag 3.
Gegenbeispiel
Kampagnen-Card — gleichzeitige QS
Design und FE prueften gleichzeitig in derselben Staging-Umgebung. Lina meldete 12 Spacing-Bugs, von denen 9 schon im FE-Branch gefixt waren — aber nicht deployed. 4 Stunden Klärung.
Wann NICHT
Weiter: A11y-Audit · Bug/Feature/Schönheitsfehler
Frontend kann weder Alt-Texte verfassen noch Kontrast-Entscheidungen treffen noch Audit-Trails führen.
Problem: BFSG / WCAG 2.2 AA wird oft als "Frontend-Problem" abgeladen.
Pflichten fallen zwischen die Stühle — und ein Audit-Befund 4 Wochen vor Launch bedeutet 2 Tage Nachpflege-Sprint.
Relevanz prüfen
Kläre im Kick-off: Ist das Projekt BFSG-relevant? Bei öffentlichen Web-Angeboten und Formularen mit Endkunden: ja.
Design-Pflichten delegieren
Lina und Hendrik prüfen Farbkontraste >=4,5:1, Touch-Targets >=44px, Focus-Indikatoren und alle States bereits in Figma.
Frontend-Pflichten delegieren
Marc-Andre und Brandon setzen semantisches HTML, ARIA nur wo nötig, Tastatur-Navigation und Skip-Links um.
Content-Pflichten delegieren
Redakteur liefert Alt-Texte, Linktexte mit Kontext, korrekte Heading-Hierarchie. Alt-Text-Feld im TCA ist Pflichtfeld.
PM-Pflicht sichern
Renana plant Barrierefreiheits-Erklärung, Feedback-Mechanismus und Audit-Trail ein — nicht als Nacharbeit, sondern als Briefing-Feld.
Lina + Hendrik
DesignFarbkontraste >=4,5:1, Touch-Targets >=44px, Focus-Indikatoren, alle States. Prüfung schon in Figma.
Marc-Andre + Brandon
FrontendSemantisches HTML, ARIA nur wo nötig, Tastatur-Navigation, Reduced-Motion, Skip-Links.
Redakteur
ContentAlt-Texte für Bilder, Linktexte mit Kontext, korrekte Heading-Hierarchie.
Renana
PMErklärung zur Barrierefreiheit, Feedback-Mechanismus, Audit-Trail.
Dragan + Chris
BackendAlt-Text-Feld im TCA als Pflichtfeld konfiguriert, Validierung.
Beispiel
Service-Hub-Relaunch
Alt-Text-Felder im TCA als Pflichtfelder konfiguriert (Chris). Kontraste schon in Figma geprüft (Lina). Skip-Links und Focus-Visible (Brandon). Erklärung zur Barrierefreiheit eingeplant (Renana). Audit clean.
Gegenbeispiel
Kampagnen-Microsite
Alt-Texte waren optional. Redakteur lud 60 Bilder ohne Text hoch. Audit-Befund 4 Wochen vor Launch: 60 Verstöße. Nachpflege über 2 Tage.
Wann NICHT
Weiter: A11y-Audit
Wer statt Tokens einen Component forkt, verdoppelt jeden kuenftigen Bugfix.
Problem: Eine Tochtermarke oder ein Projekt-Brand bekommt eigene Farben und Schrift. Wenn Designer und Frontend nicht koordiniert arbeiten, entstehen Component-Forks.
Jeder kuenftige Bugfix muss in zwei Branches nachgezogen werden — der Brand-Layer ist tot.
Tokens definieren
Lina + Hendrik definieren die Brand-Tokens (Primary, Surface, Schrift, Iconografie) im Theme-Generator.
Stabilität prüfen
Marc-Andre prüft, ob alle existierenden Components auf den neuen Tokens stabil bleiben (kein Component-Fork nötig).
Brand-File ausrollen
Brandon rollt das Brand-File als Override-CSS aus und registriert es im Build.
Dokumentieren
Renana dokumentiert die Brand-Datei im Projekt-Awork-Ticket und holt Freigabe.
Tokens als JSON
Designer liefert Tokens als JSON oder via Theme-Generator-Export — keine PNGs.
Beispiel
Tochtermarken-Brand
Brand-Override in 4 Stunden: Lina exportierte Tokens aus dem Theme-Generator, Marc-Andre verifizierte Component-Stabilität, Brandon registrierte brand-tochtermarke.css. Kein Component-Fork.
Gegenbeispiel
Sub-Brand als Component-Fork
Designer baute CardA → CardB als neuen Component. Vier Wochen später: Bugfix in der Original-Card musste in beiden Branches nachgezogen werden.
Wann NICHT
Weiter: Theme-Generator
Brand-Override-Mindeststandard: Tokens als CSS-Custom-Properties (OKLCH bevorzugt). Datei-Konvention: brand-<projekt>.css. Kein zusätzliches HTML/JS — nur CSS-Variablen.
Vier Situationen, die jede Woche vorkommen. Klick für die richtige Reaktion.
Im Termin benennen: "Idee notiert, Vorlauf-Prüfung mit Marc-Andre nach dem Termin, Antwort innerhalb 24h." Die Idee nicht stehen lassen ohne Prüfung — und sie nicht im Termin ohne Prüfung killen. Wenn Marc-Andre "nicht in Vorlauf" sagt: Renana entscheidet, ob sie in eine Folgephase wandert oder gestrichen wird.
Wann NICHT: Wenn die Idee aus dem Briefing stammt und bereits kundenseitig abgesegnet wurde, prüfst du nur noch Machbarkeit im aktuellen Tech-Stack.
Sofort an Renana eskalieren. Renana klärt mit Dragan, ob Phase 5 versäumt wurde oder ob die Schnittstelle erst später geplant war. Frontend nicht mit Mock-Daten weiterbauen lassen, ohne dass das schriftlich abgesegnet ist — sonst landen Mock-Daten im Live-System.
Wann NICHT: Wenn Phase 5 protokolliert ist und Mock-Daten als explizite Zwischenlösung schriftlich abgestimmt wurden, darf Frontend weiterbauen — bis zum protokollierten Datum der finalen API-Lieferung.
Marc-Andre (Pre-Review) + Lina/Hendrik (Design-Owner intern) + Renana (Kundenfreigabe). Wenn nur einer der drei freigibt, ist Phase 3 nicht geschlossen. Frontend startet nicht.
Wann NICHT: Bei einer reinen Token-Korrektur an einer bereits freigegebenen Component reicht Marc-Andres Einzelfreigabe — Lina/Hendrik und Renana müssen nur informiert werden.
Frontend (Brandon) — es ist Layout/CSS. Gegenbeispiele: "Kennzahl wird nicht angezeigt" → Backend (Datenfeld falsch gemappt) oder Content (Feld nicht gepflegt). "Eintrag-Titel falsch geschrieben" → Content. "Filter sortiert nicht nach Datum" → Backend oder Frontend je nach Implementierung.
Wann NICHT: Wenn der Bug auf einem Kunden-spezifischen Gerät außerhalb der getesteten Viewports auftritt, kläre zuerst mit Renana, ob dieses Gerät im Scope ist — bevor du den Fix-Auftrag gibst.
Weiter im Material: 9-Phasen-Workflow · Spielregeln · Wissensbasis Projektmanager